Ernährungsberatung

1.) Vollkornernährung
Dazu eine Stellungnahme von Dr. Eva-Maria Höller

Vollkornprodukte gelten als ideales Grundnahrungsmittel, wenn auch die mechanische Beanspruchung bei gründlichem Kauen höher ist als bei normalem Brot.

Seit kurzem kommt in den Medien die Vollkornernährung nicht gut weg. Dazu müssen folgende Festellungen getroffen werden: Der Verursacher der Debatte ist nicht Arzt, sondern ein Lebensmittelchemiker namens Udo Pollmer. Dieser ortet „problematische Inhaltsstoffe“ wie Phytin und Enzym-Inhibitoren. Pollmers Äußerungen riefen Protest hervor: Naturkost- und Verbraucherverbände verweisen auf die gesundheitlichen Vorteile des vollen Korns. So seien in den Randschichten auch besonders viele Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten. Weiters, so Pollmer, enthalten Getreidekörner insbesondere in ihren äußeren, nährstoffreichen Randschichten giftige Abwehrstoffe gegen Fressfeinde und diese Substanzen können auch menschliche Körperfunktionen beeinträchtigen, ja den Menschen sogar krank machen.

Pollmer sinngemäß: Wer Blähungen oder Bauchzwicken bekommt, sollte lieber hellere Sorten wählen. Rheumatiker, Allergiker und Darmkranke müssen besonders auf die Verträglichkeit ihrer Nahrung achten.

Nirgendwo ist davon die Rede, dass Vollkornernährung grundsätzlich ungesund ist. Es findet also keineswegs ein Paradigmenwechsel statt.

Die bisher gepflogene mehr oder weniger
uneingeschränkte Empfehlung zur Vollkornernährung
für alle und jeden
ist jedoch vielleicht dahingehend zu überdenken, dass Patienten, die Vollkornernährung nicht gut vertragen und daher meiden, so unrecht doch nicht haben dürften.

Die von manchen Patienten kolportierte Feststellung, dass Vollkornernährung ungesund sei, ist eine unrichtige Verkürzung, eine solche Aussage trifft auch Pollmer nicht.

Dazu eine Stellungnahme von Dr. Eva-Maria Höller:

Vollkornernährung in geschrotener Form war für manche Patienten schon immer problematisch, ebenso der Verzehr von Rohkost (Obst und Gemüse) ab dem späteren Nachmittag.

Darmkranke und Patienten mit schwacher Konstitution benötigen zuerst aufbauende Schonkost. Dabei kann Vollkorn in fein gemahlener und gekochter Form verwendet werden, z.B. Vollkornnudeln oder Kekse. Auch keimende Körner werden zumeist gut vertragen.

Allergien auf Weizen und Roggen sind nicht selten, bessern sich aber oft im Rahmen der Symbioselenkung.

Phytin kann die Calciumaufnahme behindern, ebenso wie die Enzymhemmung kommt dies aber nur bei Vegetariern mit ausschließlicher Pflanzenernährung zum Tragen.

Toxineinlagerung in den Randschichten entsteht vor allem durch Haltbarmachen des Saatgutes während der Lagerung, sicher auch während des Wachstums.

Die Mehrzahl der Bauern achtet aber genau auf die vor der Ernte einzuhaltenden Fristen für einen unbedenklichen Verzehr. Nicht abbaubare Pflanzenschutzmittel sind in Europa außer Verkehr. Im Zweifel sollte man Vollkornprodukte aus Österreich und aus kontrolliertem Anbau verwenden.

2.) Wir essen zu fett

Leider decken wir mit der bei uns üblichen Kost über 40% unseren täglichen Energiebedarf mit dem Nährstoff Fett. Die Richtwerte liegen jedoch bei 25 bis 30%.

Gesättigte (also tierische) Fettsäuren erhöhen den Cholesterinspiegel.

Planzliche und Fischfette enthalten viele einfach- bzw. mehrfach ungesättigte Fettsäuren, speziell die in Fischen vorkommende Omega-3-Fettsäuren können zu gezielten Vorbeugung der Atherosklerose und ihren gefürchteten Folgeerkrankungen (Herzinfarkt und Schlaganfall) beitragen.

Die tägliche Gesamtfettmenge (pflanzliches und tierisches Fett) sollte nicht mehr als etwa 60 bis 80 Gramm betragen.

Zur Fettreduktion gehört auch die richtige und gesunde Bewegung. Optimal sind drei mal wöchentlich 30 bis 40 Minuten bei einer Pulsrate von etwa 120/Minute. Fahrradfahren, Schwimmen und schnelles Gehen sind die gesündesten Bewegungsformen.
natur&kosmos, Mai 2002; Dr. Eva-Maria Höller; Lipidforum austriacum

 

3.) Low fat-Diät macht auch nicht schlank

In den USA gibt es derzeit mehr als 1.000 verschiedene fettfreie oder fettreduzierte Lebensmittel. Dazu zählen Käse, Salatsaucen, Mayonnaise, Margarine, Kartoffelchips bis hin zu Eis und anderen Leckereien mit null Prozent Fett. Der einflussreichen Amerikanischen Herzgesellschaft (AHA) zufolge bleibt eine ausschließlich fettreduzierte Ernährung aber ohne den gewünschten Effekt: Die AHA empfiehlt statt dessen, einfach weniger zu essen. Für die Epidemiologin Judith Wylie-Rosett vom Albert Einstein College of Medicine in New York liegt das Problem vor allem in der mangelnden Logik beim Essen begründet: Man könne nicht einfach eine ganze Packung Eis essen, auch wenn dieses fettreduziert sei. So auch die AHA: Hilfreich sei allein, weniger zu essen! Die Low fat-Diätanhänger nehmen größere Mengen an Nahrungsstoffen zu sich, sodass ein Diät-Effekt ausbleibt.
derstandard.at, Wissenschaft; welt.de, Gesundheit

4.) Besser denken mit Getränken

Wer viel trinkt, kann gut denken, haben Forscher der Universität Erlangen herausgefunden. Sie hatten das Trinkverhalten von Abiturienten untersucht Die Schüler mit den besten Noten tranken am meisten: rund 2,3 Liter alkoholfreie Getränke pro Tag.