Öle als Nahrungsbestandteil und als Therapeutika

 

Auch Ernährungsberatung, vor allem in Hinblick auf die Kariogenität diverser Speisen, gehört im weiteren Sinn zum zahnärztlichen Aufgabenbereich. Im Sinne einer ganzheitlichen Zahnheilkunde liegt uns eine gesunde Lebensführung unserer Patienten/innen und damit auch vernünftige Ernährung am Herzen. Das neu auf den Markt kommende Hanföl hat zwar keinen direkten zahnheilkundlichen Bezug, ist aber grundsätzlich von Interesse:

Unter den Speiseölen sind aus ernährungswissenschaftlicher Sicht diejenigen am wertvollsten, welche einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren aufweisen. Wir haben daher unseren Patienten bisher Distel- und kalt gepresstes Olivenöl empfohlen. Nunmehr wird auch Hanföl in den Handel kommen. Man wird keine Angst vor rauscherzeugenden Inhaltsstoffen haben müssen, da diese so gut wie gänzlich herausgezüchtet wurden.

Hanföl enthält zu 70 bis 80 Prozent wertvolle Linol- und Linolensäuren; weiters auch Phytosterine, welche mit dem gefährlichen Cholesterin konkurrieren und damit den Blut-Cholesterin-Spiegel messbar senken können.

Ebenso wie Distel- und kaltgepresstes Olivenöl sollte auch Hanföl keinen sehr hohen Temperaturen ausgesetzt werden, da sich die Doppelbindungen unter Hitze schliessen und dadurch die günstigen und wertvollen Eigenschaften verloren gehen. Alle genannten Öle sollten vor allem in der kalten Küche, also vorwiegend bei Salaten, zum Einsatz kommen.

In der ganzheitlichen Zahnmedizin spielen Öle eine große Rolle.
Kollegin Dr. Eva-Maria Höller verwendt Öle zur Therapie von
Weichteil- und Gelenkrheuma sowie bei der
Darmsanierung und auch bei der
Allergiebehandlung.

Öle sind die Grundlage der Prostaglandinsynthese,
das Verhältnis zwischen Omega 3-Ölen und Omega 6-Ölen
entscheidet über Entzündungsbereitschaft und Blutgerinnungsneigung
.

Kollegin Höller präferiert Nachtkerzenöl als Omega 6-Öl, auch das Hanföl sowie Distelöl gehören in diese Gruppe.

Das Olivenöl ist in der Omega 3/6 Zusammensetzung weitgehend neutral.

Nachtkerzenöl hat die stärkste Omega 6-Wirkung und bewährt sich auch bei klimakterischen Problemen.

Omega 3-Öle sind Leinöl und Fischöl (Kaltwasserfische, z.B. Lachs).

Leinöl ist ein altes Hausmittel, wirkt entzündungshemmend und dichtet die Darmwand ab. Kollegin Höller empfiehlt eine Dosierung von 1 Eßlöffel täglich, die Kapseln wären 3x1 zu rezeptieren. Nochmals zur Wiederholung:

Omega 3-Öle Leinöl, Fischöl
Omega 3/6-ausgeglichenes Öl Olivenöl
Omega 6-Öle Nachtkerzenöl, Distelöl, Hanföl

 

Öle können auch bei neurologisch-entzündlichen Erkrankungen eingesetzt werden, bei Muskeldystrophie, Autismus und einigen Formen der Debilität. Kollegin Eva-Maria Höller entscheidet nach dem kinesiologischen Test – derzeit ist Leinöl mit Abstand das wichtigste Öl und dürfte in unserer Ernährung offensichtlich nicht ausreichend vorhanden sein.