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Bleichen

 

Wir unterscheiden zwischen äußeren und inneren Zahnverfärbungen.

Äußere Zahnverfärbungen
sind Farbstoff-Auflagerungen auf den Zahn. Diese treten nach dem Genuss von Kaffee, Tee, manchen Weinsorten und Tabak auf. Auch manche Medikamente oder Chlorhexidin können zu Verfärbungen führen. Es sind dies eisen- oder nitrathältige Präparate oder zum Beispiel Chlorhexamed® (bei zu lange dauerndem Gebrauch).
Äußere Zahnverfärbungen müssen meistens nicht gebleicht werden, da fast immer der Einsatz von Pulverstrahlgeräten oder auch nur das Polieren der Zähne ausreicht, um die Verfärbungen zu entfernen.

Interne (innere) Zahnverfärbungen
sind Farbstoff-Einlagerungen in den Zahn, und zwar entweder in den Schmelzmantel oder in den Dentinkern. Manchmal sind damit auch Strukturanomalien des Schmelzes verbunden. Meistens sind nur wurzelbehandelte Zähne betroffen, die einen Grauschleier bekommen. Dieser Grauschleier ist leider völlig unvermeidlich. Als weitere Ursachen muss man an Medikamente (Tetrazykline, Erythromycin) oder eine erhöhte Fluorzufuhr denken. Weiters können genetische Faktoren verantwortlich sein, (man spricht in einem solchen Fall von einer Amelogenesis imperfecta).

Wieso kommt es bei wurzelbehandelten Zähnen zu den lästigen Grauverfärbungen?
Der natürliche Nerv ist gut durchblutet. Wenn der Nerv durch ein Wurzelfüllungsmaterial ersetzt wird, dringen unweigerlich Blutkörperchen in den Dentinkern ein. In den roten Blutkörperchen ist Hämoglobin enthalten, und dieses ist eisenhältig. Damit wird es möglich, dass das graue Eisensulfid in den Zahn eingelagert wird, ohne dass man dies verhindern könnte.

Bleich-Techniken

1.) Walking-bleach-Technik (für wurzelbehandelte Zähne)
Bei der Walking-bleach-Technik wird der Zahn aufgebohrt und die bleichenden Substanzen in den wurzelbehandelten Zahn eingebracht.
Nachteil: Durch die unvermeidliche Entnahme von Dentin wird der Zahn spröder und damit bruchanfälliger. Weiters kann die bleichenden Substanzen entlang der Wurzelfüllung, wenn diese nicht ganz dicht sein sollte, bis in die Tiefe vordringen und den Knochen reizen. Im Röntgen läßt sich nicht mit hundertprozentiger Sicherheit erkennen, ob eine Wurzelfüllung ganz dicht ist oder nicht.

2.) Home-bleaching durch vom Zahnarzt kontrollierte Selbstmedikation zuhause
Vom Zahnarzt wird ein Plastik-Überzug für die Zähne angefertigt, und in diese Plastik-Schiene gibt der Patient am Abend das Bleichmittel und läßt es über Nacht einwirken.

3.) In-Office-bleaching in der Ordination
Der Bleichvorgang wird in einer einzigen Sitzung in der Ordination durchgeführt.

4.) Kombination von 2) und 3)
Neuerdings gibt es ein Präparat (Illuminé von Dentsply), das kombiniert als Office- und Home-bleaching angewendet werden kann.

5.) Over-the-Counter-Methode
In der Apotheke erhältliche Streifen mit 5% Hydrogenperoxid, die auf die Zähne eine halbe Stunde morgens und ebenso lange abends aufgeklebt werden. In Europa vertrieben durch Blendamed als Whitestrips®.

Ist das Bleichen eines Zahnes wirklich unschädlich?
Dieser Frage sind viele Wissenschaftler nachgegangen. Zur Diskussion stand und steht vor allem ein eventuelles Brüchigwerden der Zähne und damit eine erhöhte Gefahr, dass der Zahn später abbricht. Dies ist jedoch nach vielen übereinstimmenden Untersuchungen nur in einem sehr geringen Ausmaß der Fall. Eine Reizung des Zahnnerven kommt öfters vor, erweist sich jedoch immer als vorübergehend. Sollte eine Reizung des Nerven länger bestehen bleiben, kann das Bleichen nicht verantwortlich gemacht werden. Dies setzt allerdings voraus, dass die Dosierung eingehalten und nicht überschritten wurde, und weiters, dass bei der Walking-bleach-Technik die Wurzelfüllung wirklich dicht ist. Dass Klebungen am Zahn unmittelbar nach dem Bleichen schlechter halten, läßt sich leicht dadurch umgehen, dass man mit der Anfertigung eventueller Klebefüllungen etwas zuwartet.

Wie lange hält der Bleich-Effekt an?
Darüber findet man unterschiedliche Angaben. Es ist aber keinesfalls so, dass ein einmal gebleichter Zahn für alle Zukunft die Farbe beibehält. Er wird im Lauf der Monate, meist sogar einiger Jahre langsam wieder dunkler, sodass der Bleichvorgang früher oder später wiederholt werden muss. Gegen die mehrfache Anwendung des Bleichenvorganges gibt es keine medizinischen Einwände.

Kann man auch weisse Flecken bleichen?
Probieren kann man es schon, mit etwas Glück sind auch weißliche Farbflecken zur Gänze wegzubekommen oder zumindest soweit dunkler zu machen, dass sie nicht mehr so auffällig sind. Eine Erfolgsgarantie gibt es allerdings nicht.

Bleaching-Diät
Während der Behandlungsphase durch den Zahnarzt und auch kurz danach wird den Patienten empfohlen, Kaffee, Tee, Orangensaft, Rotwein und Zigaretten zu meiden.

Ist Bleichen gefährlich?
Nach Ergebnissen verschiedener in-vitro-Studien dürfte die Mikrostruktur des Schmelzes beim Bleichen möglicherweise leicht verändert werden. Welche Auswirkungen dies hat, ist unklar. Allgemein findet sich an gebleichtem Schmelz eine geringere adhäsive Haftung bei anschließend gelegten Kunststoff-Füllungen. Es konnte jedenfalls keine erhöhte Kariesanfälligkeit und kein erhöhter Substanzverlust des Zahnschmelzes festgestellt werden. Das Bleichen der Zähne kann daher als sichere Methode angesehen werden.

©ZIV by Otmar Seemann