Standespolitik

Erste INFOs 2026: BVAEB-Projekt, Ambulatorien

Sehr geehrte Frau Kollegin
Sehr geehrter Herr Kollege

Wir haben im abgelaufenen Jahr 2025 Fragen an die Landeszahnärztekammer Wien und die österreichische Zahnärztekammer gestellt, bzw.Sie über Fragen unseres standespolitischen Bündnispartners (siehe www.bnz-wien.at) informiert und Ihnen Antworten versprochen.

BVAE-Projekt:

Laut Aussage der österreichischen Zahnärztekammer wurde dieses EINSTIMMIG beschlossen. Die Abstimmung erfolgte tatsächlich einstimmig, allerdings waren (lt. eigenen Angaben) zwei Bundesländer der Abstimmung ferngeblieben, da sie „dagegen“ waren. Somit war zwar die Einstimmigkeit gegeben und das Projekt angenommen, es gab aber eben Leute, die wie wir, nachgerechnet haben und zur Erkenntnis kamen, dieses Projekt sei schlecht für die Zahnärzt:innenschaft.

In einer Informationsveranstaltung der Landeszahnärztekammer Wien im Jänner, also als das Projekt schon lief, hat der Kassenreferent Hinweise zu Abrechnung, im Besonderen zur neuen Position „ZO“ gegeben. Der Frust in der Kolleg:innenschaft war zu diesem Zeitpunkt bereits groß, da die meisten bei der Eingabe erstmals schwarz auf weiß sahen, welche Einzelleistungen alle in der Pauschale „ZO“ inkludiert sind und daher mit € 0,- in der Leistungskartei aufscheinen.

Es wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass dies nur ein Projekt bis 2028 sei und falls sich herausstellt, die in die Pauschale inkludierten Röntgenbilder seinen eines der größten Probleme (Ja-Sie sind es!!!), werden diese wieder verrechnet. ABER: Genau wie für eine mögliche vorzeitige Beendigung des gesamten Projekts, die uns seitens der Kammerfunktionäre seinerzeit schmackhaft gemacht wurde, bedarf es dazu der Zustimmung der BVAEB! Warum sollte diese bei der zu erwartenden gewaltigen Kosteneinsparung für ihr Budget, zustimmen???

Der ZIV sieht einerseits eine weitere drohende Notwendigkeit der Quersubventionierung nicht bezahlter, bzw. unterbezahlter Kassenleistungen durch Privatleistungen, die wir seit langem bekämpfen!

Der ZIV verurteilt andrerseits aber auch die mit dem Projekt eingetretene, inakzeptable Ungleichbehandlung von Kassenzahnärzt:innen und Wahlzahnärzt:innen. Letztgenannte können im Projekt pauschalierten Leistungen, weiterhin einzeln verrechnen.

Wir stehen für die Einigkeit aller Gruppen von Zahnärzt:innen und können daher spaltende Entwicklungen nicht hinnehmen!

Maßnahmen gegen drohende Ambulatoriumswildwuchs:

Die politischen Ereignisse im Herbst 2023 führten zur „Entmachtung“ der Ärztekammer. Die Zahnärzt:innenschaft wurden von diesen Ereignissen mitgerissen. Die Zahnärztekammer hat damals eine der wichtigsten Waffen, gegen den schon lange drohenden Wildwuchs von größtenteils defizitären Kassenambulatorien verloren - den Nachweis des Bedarfs und die Einspruchsmöglichkeit! Dieser Umstand wurde im Antwortschreiben der Zahnärztekammer betont. In blumiger Sprache wurde vermittelt, dass die Kammer gegen Investoren und Ambulatorien sei. - Das wollen wir doch hoffen! (ANM: Deren Vertretung ist die Wirtschaftskammer).

Die drohende ungezügelte Ausbreitung privater Ambulatorien wird, da Politik und die Krankenkassen angesichts ihrer budgetären Lage, nun allzu gern auf Investoren zurückgreifen könnten, gar nicht einfach zu verhindern sein.

Was aber im Antwortschreiben völlig unerwähnt blieb, ist der skandalöse Umstand, dass in Wien nach wie vor im Amt befindliche Referenten (!) der Landeszahnärztekammer Wien, schon seit mehr als einem Jahr die Gründung privater Ambulatorien betreiben und zumindest in einem Fall, bereits seit Jänner 2025 einen positiven Bescheid in der Tasche haben.

Das ist ein Interessenskonflikt, der mit dem Amt unvereinbar ist!
Verlassen diese Leute vielleicht noch rasch das (nur aus ihrer Sicht) sinkende Schiff?
Unsere Kolleg:innenschaft muss sich verraten und verkauft fühlen!

Wer solcheStandesvertreter hat benötigt keine politischen Gegner mehr!

Im Übrigen ist das Phänomen der geplanten Ambulatoriumsgründung durch „bekannte Namen“ nicht auf das Bundesland Wien beschränkt.

Der ZIV ist auch für die mittlerweile größer gewordene Gruppe angestellter Zahnärzt:innen die unabhängige Interessensvertretung. Wir haben ein offenes Ohr für deren Probleme und Bedürfnisse. Wir kämpfen dafür deren Ausbeutung und Unterbezahlung durch gute Vernetzung zu verhindern.

Unsere ureigenste DNA aber ist der Kampf gegen Investoren und Abkassierer, die ausnahmslos gewinnorientiert, oft nur kurzzeitig, auf Kosten ihrer Angestellten, unserer Kolleg:innen, Verrat am freien Berufsstand üben.

OMR Dr. Franz Hastermann

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