Ganzheitliche ZHK Allgemeine Informationen

Zahnärztin Stefanie Krainhöfner
praxis@keinzahnschmerz.at

 

OMR Dr. Eva-Maria Höller
eva.hoeller@aon.at

 

Ganzheitliche Zahnheilkunde sieht die Zähne des Menschen in Beziehung zum ganzen Körper. Grundvoraussetzungen dafür sind die uns heute zur Verfügung stehenden auf den Universitäten gelehrten Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Oft ist dies jedoch nicht ausreichend, daher braucht die ganzheitliche Zahnheilkunde auch noch andere Testmethoden. Am Anfang der ganzheitlichen Behandlung steht immer die genaue Anamnese des Patienten. Es ist notwendig die Inspektion des Mundes vorzunehmen, ebenso benötigen wir die röntgenologische Diagnostik. Oft ist es aber so, dass röntgenologisch einwandfreie Zähne Schmerzen verursachen können und wir von unseren Diagnosemöglichkeiten keinen Hinweis auf eine Störung bekommen.

Oftmals werden dann gesunde Zähne wurzelbehandelt, der Schmerz bleibt aber weiter bestehen.Ganzheitliche Methoden, wie Applied Kinesiologie (ein Muskeltest), Physioergentik (biophysikalisches Testverfahren mit Muskelketten erweitert um den Armlängenreflex), Elektroakupunktur (Hautwiderstandsmessung auf ausgewählten Akupunkturpunkten an Fingern und Zehen) etc. können daher auf verschiedene Ebenen Diagnosen erkennen, die mit röntgenologischen Mitteln oft nicht wahrnehmbar sind. Dies sind zusätzliche Testmöglichkeiten, mit denen ein gut ausgebildeter Zahnarzt rasch andere oder übergeordnete Störungen erkennen kann.

Elektroakupunktur nach Voll ist eine Erweiterung der diagnostischen Möglichkeiten in der Medizin. Sie beruht auf physikalischen und morphologischen Grundlagen und hat mit der chinesischen Akupunktur die Messpunkte gemeinsam.Wie vielen Ärzten heute schon bekannt entstehen die meisten Herde im Kopfbereich und Ursache sind nicht selten die Zähne. Diese stehen in direkter Zuordnung zu einzelnen Körperregionen und Organen. Störungen, die von den Zähnen ausgehen, betreffen oft die Grundregulation. Die Regulationsfähigkeit bestimmt aber auch den Zeitpunkt der Behandlung. Ein zahnärztlicher Eingriff zum falschen Zeitpunkt würde eine weitere Belastung bedeuten. Es empfiehlt sich daher bei zahlreichen Herden eine schrittweise Vorgangsweise zu wählen, um den Körper die Möglichkeit zu geben sich wieder zu regenerieren.

Es ist sinnvoll und oft notwendig auch mit Internisten und Allgemeinärzten zusammen zu arbeiten, die den Regulationszustand verbessern können. Oft ist eine Dysbiose (Störund der Darmflora) so massiv z.B. bei vielen Parodontalerkrankungen, dass vorweg mit der Therapie der Dysbiose begonnen werden sollte. Dies kann durch Ausleitung und Symbioselenkung erfolgen, vielfach ist auch eine Substitutionstherapie mit Vitaminen, Isopräparaten der Firma Sanum und Enzymen notwendig. Bei einer verbesserten Regulationssituation kann der Patient über einen längeren Zeitraum auch ein Störfeld eher tolerieren.
Nicht nur Herde sind Störungen, die von den Zähnen ausgehen können, auch Materialunverträglichkeiten, Werkstoffstörungen, strukturelle Störungen auf Grund falscher Okklusion und Hygienefehler können den Organismus belasten.
Befindet sich nun ein Störfeld oder ein Herd auf einem bestimmten Zahn, kann dies der Auslöser sein für weitere Erkrankungen, wie z.B. Herzrhythmusstörungen, Migräne, Blutveränderungen, Nierenbelastungen, Gelenksschmerzen, Lymphbelastungen oder immer wiederkehrende Infektionen.

Bei Unverträglichkeit kann eine Vielzahl von Beschwerden auftreten: Zahnfleischentzündungen, Parodontose, Allergien, Organstörungen etc.
Eine der Aufgabe der ganzheitlichen Zahnheilkunde ist es daher die Summe der Schwermetallbelastungen zu verringern. Der Körper hat zwar ein Entgiftungssystem für Schwermetalle, aber nur eine begrenzte Leistungsfähigkeit dafür. Ganzheitliche Zahnärzte helfen den Patienten durch eine Entfernung der Metalle zum richtigen Zeitpunkt und eine individuelle Ausleitungstherapie besser zu regulieren.Österreich ist eines der wenigen Länder in Europa, die eine von der Zahnärztekammer approbierte Ausbildung mit abschließendem Diplom für “Komplementärverfahren in der Zahnheilkunde” vorweisen kann.

 

Eines der vielen Themen mit denen wir uns beschäftigen (müssen), ist die Schwermetallausleitung

Amalgamausleitung
Wenn wir Zahnärzte/innen das Amalgam wieder aus dem Körper herausbekommen wollen, ist es mit der Entfernung der alten Füllungen nicht abgetan. Schwermetalle wie Amalgam sind im Bindegewebe und in Zellen “gebunkert” und müssen erst aktiv mobilisiert werden. Hier sind auch allgemeinmedizinische Kenntnisse gefragt: Eine solche Ausleitung ist nicht ungefährlich, da auch zuviel Schadstoffe gleichzeitig freigesetzt werden können.

Dass nicht jede Unkonzentriertheit und chronische Müdigkeit, jede depressive Verstimmung, Vergesslichkeit, jeder Schwindel, Kopfschmerz oder Reizbarkeit auf eine Schädigung durch Amalgam zurückzuführen ist, versteht sich von selbst, aber man muss zumindest an die Möglichkeit denken. Amalgamfüllungen sollen bei belasteten Patienten zuerst durch neutrale (provisorische) Glasionomerfüllungen ersetzt werden, in die Quecksilber aus dem Dentin nachdiffundieren kann. Mischversorgungen mit Metallen sollen vermieden werden. Erst nach beendeter Ausleitung soll ein verträgliches Material ausgewählt werden (Keramik oder Edelmetall). Der hohe Zeit- und Kostenaufwand erfordert von uns sorgfältige Screeningmethoden, um dann wirklich Erfolge zu erzielen.

Biologische Testverfahren ermitteln Schwachstellen und Krankheitsregionen sowie mögliche Heilsubstanzen.

Biologische Testverfahren

Biologische Testverfahren ermitteln Schwachstellen und Krankheitsregionen sowie mögliche Heilsubstanzen. Zur Diagnose verwenden wir Muskelkraft oder Muskelreflexe (Kinesiologie), den elektrischen Hautwiderstand (Elektroakupunktur und daraus entwickelte Computerverfahren), elektrische Abstrahlung der Finger- und Zehenspitzen (Kirlianfotographie), Hauttemperatur (Thermographie), Puls- und Herzschlagveränderungen und ähnliche Körperfunktionen, wobei die Regulationsfähigkeit des Körpers beurteilt wird. Theorie und Praxis dieser Verfahren werden in Kursen und möglichst gestrafften Kursserien vermittelt.

Applied Kinesiology
Bei diesem Verfahren wird zum Beispiel versucht, durch einfache Muskeltests etwaige Unverträglichkeiten von Füllungen auszutesten, bevor man die möglicherweise belastenden Materialien zum dauerhaften Verbleib in den Zahn einbringt. Auch KollegInnen, die anfänglich sehr vorsichtig oder sogar skeptisch sind, geben zu, dass sie wider Erwarten nur durch Muskeltests hauptsächlich an Armen und Beinen zu treffsicheren Diagnosen kommen können.

Physioenergetik
arbeitet mit der reflektorischen Verkürzung der Muskelkette einer ganzen Körperseite, das heißt, die Arme der Testperson werden etwa bei unverträglichen Materialien ungleich lang. Der Test funktioniert im Zahnarztstuhl sehr gut und ist für Arzt und Patient weniger anstrengend, daher auch für Kinder und akut Erkrankte geeignet.

Elektroakupunktur
erfordert den Einsatz eines (relativ kostengünstigen) Gerätes. Gemessen werden hauptsächlich Punkte an Händen und Füßen. Die Messung ist für Patient und Therapeut bequem und auch leicht zu dokumentieren. Alle Verfahren erfordern Grundkenntnisse in Akupunktur und Homöopathie. Unsere Kurse geben Ihnen das komplette theoretische Wissen und praktische Rüstzeug, um mit der von Ihnen gewählten Methode erfolgreich arbeiten zu können. In einem Überblickskurs stellen wir Ihnen die wichtigsten komplementären Diagnose- und Therapieverfahren vor. Dieser soll Ihnen die Grundzüge ganzheitlichen Denkens vermitteln, aber auch die Entscheidung für einzelne Test- oder Therapieverfahren erleichtern.